![]() Blick von der BPR auf Yellow Rock |
Liebe Freunde des amerikanischen Südwestens,
In dem alten Song "Searching for a Heart of Gold" von Neil Young heißt es:
...
I've been to Hollywood
I've been to Redwood
I crossed the ocean for a heart of gold
... .
Für mich liegt das goldene Herz im Grand Staircase Escalante National Monument.
Einen offiziellen, auf der Karte verzeichneten Namen hat es nicht, eingebürgert aber hat sich seit
langem ... Yellow Rock.
Yellow Rock ist ein ca. 100 m hoher Hügel, der aus gelbem Slickrock besteht. Das alleine wäre schon bemerkenswert genug. Was ihn aber absolut einzigartig und überaus fotogen macht, das ist die Tatsache, dass der Sandstein hier auch alle möglichen anderen Farben aufweist. Auf dem steilen Südhang sind es vor allem lange, weiße Bänder und große orange Flecken, auf dem flacheren (Süd)osthang ein geradezu impressionistisch anmutendes Kunstwerk von unzähligen Farbtupfern. In Sachen Farbenpracht kann es Yellow Rock daher ohne weiteres mit den berühmten Coyote Buttes in Arizona aufnehmen und ist (ohne Übertreibung) ein Traumziel für alle Landschaftsfotografen! Immer wieder habe ich den "Gelben Fels" in den letzten Jahren aufgesucht und nur ein einziges Mal bin ich dort Menschen (drei einheimischen Fotografen) begegnet. Nachdem Michael Kelsey aber in der vierten Auflage seines Buches Hiking and Exploring the Paria River ein Bild vom Yellow Rock auf das Front Cover genommen hat, wird die Zahl der Besucher wohl bald zunehmen.
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Yellow Rock liegt direkt südlich der Mündungsstelle des Hackberry
Canyon in den Cottonwood Wash und kann daher auch am schnellsten von der
Cottonwood Canyon Road erreicht werden. Vom Highway 89 sind es etwas mehr als 14 Meilen, bis
rechts die Brigham Plains Road (BPR) abzweigt und man das Auto gut abstellen kann.
Wer schon am Morgen hier ankommt, sollte nicht versäumen, die steile BPR bis zum Sattel hochzugehen.
Je höher man kommt, desto mehr werden Yellow Rock, Castle Rock
und die vielen gleichförmigen "Riesenschuppen" im Talgrund sichtbar. Man versteht nun sehr gut,
wie treffend der Name The Cockscomb gewählt wurde.
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Nach diesem Abstecher quert man den Wash und findet ca. 300 Meter südlich der Mündungsstelle des
Hackberry Canyon einen kurzen Seitencanyon, wo der sog. Yellow Rock Trail
beginnt. Im oberen Teil ist er sehr steil und insbesondere beim Abstieg am Abend sollte man sehr vorsichtig sein.
Der Pfad besteht großenteils aus nur vage sichtbaren Trittspuren, ist aber mit Steinmännchen markiert.
Leider werden diese Wegmarkierungen immer wieder umgestoßen. Ich bin ja auch der Meinung, dass Steinmännchen
in der Wildnis kein schöner Anblick sind, bei etablierten Pfaden aber haben sie ihre Berechtigung.
Schließlich halten sie die Wanderer auf dem richtigen Weg und verhindern so, dass unnötig Vegetation
zerstört wird.
Als ich wieder einmal feststellen musste, dass alle Steinmännchen, die ich zwei Wochen vorher aufgestellt
hatte, umgestoßen waren, da fand ich völlig überraschend, mitten auf dem Pfad, eine ungeöffnete
Coladose. Ich dachte mir, dass sie vermutlich dem unbekannten "Steinmännchenmörder" hier
verloren ging, denn kleine Sünden bestraft der Liebe Gott ja bekanntlich sofort!
Vom Parkplatz bis zur Basis des Yellow Rock braucht man nur eine knappe Stunde. Man hat also viel Zeit, den unbedingt lohnenswerten Aufstieg zum "Gipfel" in Angriff zu nehmen. Yellow Rock ist nämlich auch ein wunderbarer Aussichtspunkt. Insbesondere der Blick nach Norden auf Castle Rock und Teile des Hackberry Canyon ist grandios. Im Osten sieht man auf der anderen Talseite die vom Vormittag her bekannte Bringham Plains Road, im Süden liegt das ebenfalls sehr interessante Yellow Rock Valley und am westlichen Horizont wird das Auge von Mollies Nipple und einer Gruppe großer Felsen gefesselt, die von Kelsey Rock Garden getauft wurde.
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Fotografen möchte ich raten, sich den Besuch des Yellow Rock für einen sonnigen Nachmittag aufzuheben und einen großen Vorrat an Filmen mitzunehmen. Meist sind nur wenige Schritte nötig und man hat ein neues phantastisches Motiv vor der Linse. Gegen Abend wird man feststellen, dass die vielen kleinen und kleinsten Erhebungen tausende von Schatten werfen. Dadurch ergeben sich weitere interessante Möglichkeiten zum Fotografieren. Diafotografen sollten sich darüber im klaren sein, dass es dabei aber leicht zu Überbelichtung kommt. Bei meiner Nikon F80 musste ich stets um eine Blende manuell unterbelichten. Digitalfotografen haben es natürlich einfacher. Alle Brennweiten, vom starken Weitwinkel bis zum 200 mm Tele finden Verwendung. Ein Stativ ist unbedingt empfehlenswert.
Wer nach einer weiteren Wanderung in der Gegend Ausschau hält, dem sei der Hackberry Canyon ans Herz gelegt. Trockene Füße zu behalten ist hier allerdings schwer möglich. Am besten geht man gleich von Anfang an in Wading Boots (Sportschuhen) los. Man muss gar nicht weit in den Hackberry Canyon hineinwandern, denn die letzten zwei Kilometer vor der Mündung in den Cottonwood Wash sind mit den hohen, senkrechten Wänden einer der schönsten Abschnitte des ganzen Canyons. Geht man noch etwa drei Kilometer weiter, so findet man linker Hand auf einer Böschung die trotz ihres betagten Alters noch recht gut erhaltene Frank Watson Cabin, von der im Bericht Spurensuche am Paria River die Rede war.
Ich wünsche Euch allen viel Spaß beim Wandern und ein sicheres Gelingen aller Eurer Unternehmungen!
Peter Felix Schäfer





