Arch Rock im Valley of Fire State Park
Der Arch Rock am Morgen
Rainbow Vista
Gestreife Butte in der Rainbow Vista
Slot Canyon
Pink Canyon

Zur Vorgeschichte

Auf die bekannten Locations entlang der Ost-/Westverbindung möchte ich hier nicht eingehen. Wer solche Informationen sucht, muss sich auf anderen Seiten umschauen. Denn was mich an diesen "Standards" stört, ist die Tatsache, dass sie fast ausschließlich an der Straße liegen und daher häufig von einer größeren Schar Touristen umlagert werden. Das Hauptproblem in diesem Bereich sind aber die fehlenden Wanderwege. Was dem Besucher hier von offizieller Seite angeboten wird, ist einem State Park eigentlich nicht würdig. Die schönsten Gebiete bleiben den meisten so vorenthalten. Wer mehr will, ist auf sich allein gestellt. Daher mein Versuch, hier die andere Seite des Valley of Fire State Park etwas genauer zu beleuchten. Berichten möchte ich dabei über die farbenfrohe Felslandschaft im Hinterland, bizarre Arche und einen Slot Canyon.

Auch aus den eben genannten Gründen war ich bisher nicht restlos überzeugt vom Valley of Fire. Außerdem lagen frühere Besuche stets am Ende meines Urlaubs, als bereits eine gewisse "Red Rock Sättigung" eingesetzt hatte. Im Oktober 2004 zog eine breite langanhaltende Schlechtwetterfront durch den Südwesten und nur der Süden von Nevada blieb davon verschont. Aus diesem Grund bin ich hierher ausgewichen und durfte 2 wunderschöne Tage (bei strahlendem Sonnenschein!) in der Region verbringen. Während dieser Zeit habe ich das Hinterland intensiv erkundet. Seitdem bin restlos begeistert vom Valley of Fire!

Wer plant den Park zu besuchen, sollte so früh wie möglich vor Ort sein. Denn am Morgen ist es hier noch angenehm ruhig und friedlich. Spätestens zur Mittagszeit ist es damit nämlich vorbei. Dann "fallen" ganze Scharen von Tagestouristen aus dem Spielerparadies Las Vegas ein. Um der Hektik und dem Trubel dieser Großstadt zu entgehen, startet man am besten gleich von Overton (10% Discount Coupon für das North Shore Inn am Ende dieses Artikels). Der kleine Ort ist nur wenige Meilen entfernt und bietet keinerlei Ablenkung. So ist man garantiert frühzeitig im Bett und morgens ausgeruht als erster im Park. Wer noch nicht hier war, kann sich jetzt in aller Ruhe zuerst den "Standards" an der Straße widmen. Mit dem Auftauchen der ersten größeren Touristengruppen, verschwindet man einfach ins Hinterland. Das Sprichwort "Morgenstund hat Gold im Mund" bewahrheitet sich so einmal mehr.

Eingebettet in die hohen Kalksteinfelsen der Muddy Mountains liegen die rotbraunen Farbtupfer des Aztec Sandstone verstreut wie kleine Inseln in der Ebene. Der Name Valley of Fire kommt also nicht von ungefähr, sondern ist Programm. Diese Art des Sandsteins mit seinem intensiven Leuchten findet man nur hier im südlichen Nevada, sowie in der Nähe von St. George im benachbarten Utah. Die Erosion hat hier ganze Arbeit geleistet und dabei wahre Kunstwerke geschaffen. Überall sieht man den Sandstein in den skurrilsten Formen, oftmals löchrig wie ein Schweizer Käse. So ist das Tal auch ein wahres El Dorado für alle arch hunter. Chris Moore beschreibt in seinen beiden Büchern über das Valley of Fire fast 450 Arche und Naturbrücken mit einer Größe von mindestens 5 Fuß. Die kleineren sind derart zahlreich, dass es dafür keinerlei Statistiken gibt. Diese Dichte ist wirklich außergewöhnlich und wird wahrscheinlich nur vom Arches N.P. übertroffen. Hier zeigt sich aber nicht nur Masse, sondern auch Klasse. Viele der spektakulärsten Felsbögen befinden sich allerdings tief versteckt im Hinterland, abseits der Hauptstraße. Auch heute noch ändert sich das Gesicht des Parks fast ständig. Neue Arche entstehen, alte verschwinden. Ein trauriges Beispiel für diesen steten Wandel ist der Mosquito Arch. Dieser grazile Felsbogen stürzte leider vor geraumer Zeit ein. Der dünne "Mosquito Rüssel" war seinem Gewicht einfach nicht mehr gewachsen. Eines der letzten Fotos befindet sich auf dem Titelbild des Buches Die Nationalparks - Amerikas Westen. Natürlich haben auch die Profifotografen diese Region längst für sich entdeckt. Als Beispiel sei hier der Bildband Windstone von David Muench genannt. Dessen Foto auf dem Frontcover stammt aus dem Park. Warum er aber behauptet, dass der Arch längst eingestürzt ist, bleibt sein Geheimnis. Denn bei all meinen Besuchen erfreute er sich stets "bester Gesundheit", wie Ihr auf diesem Foto sehen könnt.

Valley of Fire eGUIDE
! Tipp !

Dem Valley of Fire haben wir unseren ersten elektronischen Führer (eGUIDE) gewidmet. Auf 22 A4-Seiten beschreiben wir die schönsten Plätze des Parks, garniert mit GPS-Koordinaten, Karten und Fotos. Außerdem geben wir Tipps rund ums Fotografieren, wie dem optimalen Zeitpunkt für einzelne Motive. Dieser Führer geht weit über das hier Beschriebene hinaus, denn er fasst all unsere Erfahrungen und Wissen aus unzähligen Besuchen zusammen. Um ein möglichst breites Publikum anzusprechen, ist der eGUIDE in Englisch geschrieben. Eine deutsche Version ist (derzeit) nicht geplant. Verständnisprobleme sollte es keine geben, denn wer als Individualtourist in Nordamerika unterwegs ist, ist sicher auch etwas mit der Landessprache vertraut. Hier findet Ihr alle Details über unseren Valley of Fire E-Guide.
Ephemeral Arch - Fire Canyon
Ephemeral Arch im Fire Canyon

Ephemeral Arch

Der Ephemeral Arch zählt zu den vielen Highlights im Valley of Fire. Wer ihn sehen möchte, sollte sich aber beeilen! Denn dieser überaus fotogene Felsbogen, wird wohl bald das Schicksal des Mosquito Arch teilen. Denn ein Großteil seines Gewichtes lastet derzeit (noch!) auf einem Stein, von Dicke eines Daumens. Auf nebenstehendem Foto ist er abgebildet. Wenn Ihr den Mauszeiger darüber bewegt (Achtung: Javascript erforderlich!), seht Ihr das ganze Dilemma dieses Bogens. Andererseits macht aber gerade diese Stelle seinen besonderen Reiz aus. Freistehend präsentiert er sich dem Besucher auf einem Felsen, im North Fork des Fire Canyon. Wer am späten Nachmittag vor Ort ist, wird ihn im besten Licht erleben können. Man erreicht den Arch in einem 20 minütigen Fußmarsch, von The Cabins aus. Der beschilderte Abzweig befindet sich an Nordseite der Straße, nur wenige Meilen hinter dem Osteingang des Parks. Das Auto stellt man ganz am Ende bei den steinernen Kabinen ab und geht von dort in nördlicher Richtung weiter. Dazu folgt man einfach einem schmalen Trail, der die erste Zeit in der Nähe der Felswand verläuft und später in den Canyon hinab führt. Je weiter man sich vom Parkplatz entfernt, umso unscheinbarer wird der Pfad. Nach wenigen hundert Metern, taucht rechter Hand der sandige Wash des Fire Canyon, unten im Tal, auf. Man sucht sich jetzt einen sicheren Abstieg und wandert in nordwestlicher Richtung im Wash weiter. Kurz vor dem Ziel wird er immer breiter, die Felswand auf der rechten Seite verschwindet ganz und in der Ferne zeigen sich die farbigen Ausläufer von Rainbow Vista. Nach etwa 1.6 Kilometern ist man am Ziel. Der Arch befindet sich auf der rechten Seite des Washes in etwa 3-4 Metern Höhe auf einem Felssockel. Für Leute, die mit entsprechender Technik unterwegs sind, hier noch die GPS Koordinaten des Felsbogens: 36°26'26"N, 114°28'50"W (WGS84/NAD83). Der kurze Abstecher zum Ephemeral Arch kostet etwa 1-1.5 Stunden. Für möglichst stimmungsvolle Fotos legt man die Wanderung am besten auf den Nachmittag. Seid aber nicht zu spät vor Ort, denn je nach Jahreszeit kann es passieren, dass die Sonne bereits hinter der riesigen Felswand verschwunden ist und der Arch damit im Schatten liegt.

Update: Leider ist es schneller passiert als erwartet: den Ephemeral Arch gibt es nicht mehr! Der filigrane Felsbogen brach Ende Mai 2010 ein. Zu dieser Zeit soll ein schweres Gewitter mit starken Windböen über das Valley of Fire gezogen sein. Hier kann man das Ganze nachlesen. Wer nach einem würdigen Ersatz für die entgangene Wanderung sucht, sollte sich die Fire Wave anschauen. Diese eindrucksvolle "Feuerwelle" ist vielleicht ein kleines Trostpflaster und ohne großen Aufwand zu erreichen.

Valley of Fire State Park, Nevada
Panorama Rock Window

Panorma Rock Window

Ein weiterer, eindrucksvoller Arch befindet sich zwischen den Petrified Logs und den Beehives. Sein Aussehen ähnelt einem Fenster (mit Seeblick!). Schaut man "hinaus", sieht man neben der imposanten Bergkette auch den Lake Mead. Aufgrund seines Standortes, kann man ihn nur abends und nur außerhalb der Wintermonate für kurze Zeit schattenfrei erleben. Um ihn aus nächster Nähe zu betrachten, muss man kaum 200 Meter gehen. Das Auto stellt man bei den Petrified Logs ab und läuft von dort in südliche Richtung, auf die Ecke der Felswand zu. Hier zeigt sich der Arch in etwa 3 Meter Höhe. Angesichts der Größe und seiner exponierten Lage, ist er selbst von der Parkstraße schon gut erkennbar. Der optimale Zeitpunkt zum Fotografieren ist wenige Minuten vor Sonnenuntergang. Allerdings dürfte das ab November bereits ziemlich schwierig werden, da die Sonne dann viel zu früh hinter den Bergen der Muddy Mountains verschwindet. Das nebenstehende Foto ist schon stark grenzwertig. Es entstand Ende Oktober mit den letzten Strahlen der untergehenden Sonne, länger zu warten war praktisch unmöglich.

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist und noch mehr Felsbögen sehen möchte, sollte sich im Hinterland des Valley of Fire einmal genauer umschauen. Dort wird man binnen kürzester Zeit fündig. Ich weiß aber nicht, ob man die Suche überhaupt noch als arch hunting bezeichnen kann. Jedenfalls braucht man hier weder Glück noch Ausdauer. Aufgrund einer 100 prozentigen Erfolgsquote, ähnelt das mehr einer Jagd im Zoo . Ein ideales Terrain für solch eine Wanderung befindet sich zwischen dem Osteingang und dem Elephant Rock, südlich der Straße. Hier stößt man nach nur wenigen Metern auf die ersten vorzeigbaren Exemplare. Mit dem Lake Mead im Hintergrund, ergeben sich teils spektakuläre Motive. Aber auch in den Felsen rund um die Loop Road verbirgt sich das ein oder andere Arch Highlight. Neben dem allseits bekannten Arch Rock findet man dort u.a. auch den Pagoda Arch, oder den Piano Rock, zwei besonders fotogene Felsbögen.

Rainbow Vista

Einen treffenderen Namen hätte man für diese außergewöhnliche Region im Norden des Valley of Fire kaum finden können. Beschränkt sich die Farbe des Sandsteins im südlichen Bereich ausschließlich auf ein kräftiges Rotbraun, so sind hier alle Farben des Regenbogens vertreten. Diese Pracht kommt vollkommen unerwartet. Denn absolut nichts deutet vorher auf diesen abrupten Landschaftswechsel hin. Eingerahmt in farbige Felsformationen liegt hier ein riesiges Hochplateau. In dessen Mitte befinden sich unzählige versteinerte Sanddünen. Angesichts dieser malerischen Kulisse verfällt man schnell ins Schwelgen...

Rainbow Vista
Malerische Rainbow Vista
Elephant Rock
Sunrise am Elephant Rock

Am südlichen Ende von Rainbow Vista verläuft ein Trail gleichen Namens, der die schönsten Bereiche aber leider nur anschneidet. Wer richtig eintauchen möchte in diese farbige Sandsteinwunderwelt, muss das auf eigene Faust tun. Dazu verlässt man den offiziellen Weg und wandert in östliche Richtung weiter. Farben und Formen sind absolut einzigartig, erinnern jedoch etwas an die Coyote Buttes oder den Yellow Rock. Hier gibt es nicht nur dutzende Arche, sondern auch jede Menge fragiles Gestein, häufig in dünnen Plättchen auf dem Boden. Jeder unachtsame Schritt kann großen Schaden anrichten! Seid dort bitte besonders vorsichtig! Führt Euch der Trip in die Nähe von glatten, fast schwarzen Felswänden (Desert Varnish), solltet Ihr etwas genauer hinschauen. Mit etwas Glück kann man so auch Felszeichnungen (Petroglyphen) der Ureinwohner entdecken. Die Zeit vergeht hier draußen wie im Fluge. Für einen umfassenden Überblick, sind wenigstens 2 Stunden einzuplanen. Optimal ist natürlich der frühe Morgen oder späte Nachmittag. Dann erscheinen die Farben noch satter und das Valley of Fire macht seinem Namen alle Ehre.

Die kleine Entdeckungstour innerhalb von Rainbow Vista lässt sich ohne weiteres auch zu einem richtigen Tagestrip, u.a. zum Ephemeral Arch, ausdehnen. Diese abwechslungsreiche Wanderung ist etwa 5 Kilometer lang (one way!) und verläuft ab der Hälfte im Fire Canyon. Hier ändert sich die Farbe des Sandsteins wieder in das altbekannte Rotbraun. Wer diesen Trip absolvieren möchte, sollte entweder einen guten Orientierungssinn, oder aber geeignetes Equipment (Karte und Kompass oder GPS) dabei haben. Alle "Navigations-Neulinge" lassen besser die Finger davon!

Slot Canyon im Valley of Fire
Isa im White Dome Slot

White Dome Slot Canyon

Am nördlichen Ende von Rainbow Vista befindet sich die White Domes, zu dessen Füßen ein kleiner, fotogener Slot. Wer noch nie richtige "Slot Canyon Atmosphäre" schnuppern durfte, kann das hier leicht nachholen. Der Rundtrip beginnt an der White Domes Picnic Area und ist nur etwa 2 Kilometer lang. Meiner Meinung nach, ist dies der einzige offizielle Trail, den man auch uneingeschränkt empfehlen kann.

Man verlässt den Parkplatz in südlicher Richtung und steigt dabei langsam in den Canyon ab. Unterwegs trifft man auf die steinernen Überreste einer Filmkulisse. Hier entstand in den sechziger Jahren der Western The Professionals, mit den Hollywoodstars Lee Marvin und Burt Lancaster. Unten angekommen wendet man sich nach rechts und erreicht kurz darauf den Slot. Wer gegen Mittag hier ist, kann ihn "glühen" sehen. Nur wenig später führt der Trail schon wieder hinauf und in einem Bogen zurück zum Parkplatz. Dieser Streckenabschnitt ist besonders schön, führt er doch durch eine malerische Landschaft mit vielen farbigen Felsen. Übrigens, wer glaubt, den Archen hier entgehen zu können, den muss ich leider enttäuschen. Für dieses kleine Slot Canyon Abenteuer benötigt man knapp 45 Minuten.

Fazit

Das Valley of Fire ist nicht nur der älteste State Park in Nevada, sondern auch der schönste! Er gehört mittlerweile zu meinen absoluten Lieblingsplätzen im Südwesten. Denn die Region strotzt nur so vor Highlights. Vieles davon bleibt dem "normalen" Besucher allerdings verborgen. Abseits der Straße, im Hinterland, offenbart sich erst seine ganze Faszination. Wer nur die "Standards" besucht, bekommt zwar auch einen Eindruck vom Park, lernt sein wahres Gesicht aber nicht kennen. Mir persönlich wäre das jedenfalls viel zu wenig.

Übernachtung

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North Shore Inn Discount Coupon

Einige fotografische Impressionen aus dem Park findet Ihr in meinem Valley of Fire Fotoalbum. Wer allgemeine Informationen z.B. über Geologie, Fauna & Flora sucht, der sollte sich den entsprechenden Eintrag bei Wikipedia anschauen.